Umzüge sind der pure Alptraum

Am 26. März 2008, in Allgemeines, Kinder, von silvia

Viel Zeit ist vergangen. Nun sind “wir 4″ im 8. Monat, fertig umgezogen und wartend auf den Frühling.

So ein Umzug ist übrigens gar nicht das Schlimmste. Das Schlimmste sind die Tage danach. Wir hatten ein Umzugsunternehmen angeheuert, die wirklich klasse waren. Ich sah sie morgens aus ihrem Wagen steigen, einer fertiger als der Andere. Alles gescheiterte Persönlichkeiten, völlige Hänger. Es waren 1-Euro-Jobber. Sie sahen aus, als wenn sie den ersten Schnaps schon intus hatten. Ich konnte mir jeden einzelnen bei sich zu Hause im Wohnzimmer auf einem verwarzten, schäbigen Sofa vor dem Fernseher, RTL 2 guckend, vorstellen. Ich sah in meinen Gedanken riesige, überfüllte Aschenbecher, leere Pizzaschachteln und angetrocknete Essensreste auf verklebten Tellern. Aber: Sie haben gearbeitet wie die Tiere, geschleppt, gebuckelt, geschraubt, mir Dinge abgenommen, zwei Stufen auf ein Mal nehmend und fingen tatsächlich erst nach 5 Stunden (!!!) an, sich gegenseitig etwas unfreundlicher zu behandeln. ;-) Wie auch immer sie es geschafft haben, in ihrem körperlichen Zustand: sie waren Spitze, und ich würde sie jeder Zeit wieder buchen. Sie waren super, perfekt aufeinander eingespielt, und es hat mir Spaß gemacht mit ihnen zu reden und zu lachen.

Weniger lustig allerdings fand ich, dass mein lieber Mann ihnen keinen Cent Trinkgeld übergab. Die Männer arbeiten für 1Euro, machen ne Scheißarbeit, die in die Knochen geht und das doch nicht wegen meinem Frühstück, oder dem Mittagessen!!!!! Ich hatte ein unsagbar schlechtes Gewissen. Auch jetzt noch. Ich könnte vor Scham im Boden versinken. Wenigstens hatte ICH an das leibliche Wohl aller gedacht, inklusive Getränke.

Die Zeit danach war die Pest!!! Alles musste ausgepackt werden, möglichst gleich einen festen Platz finden. Alles war ständig verdreckt. In unseren alten 4 Wänden befand sich noch diverser Kleinkram, den ich später mit meiner Mutter holen wollte, um dann mal eben schnell überzuwischen. Meine liebe Mama( danke, dass sie so ist wie sie ist) war über 4 Stunden mit dem “Kleinkram” und mal eben überwischen beschäftigt. Ich war durch meine Schwangerschaft überhaupt nicht belastbar. Sie hat mir mehr als nur etwas geholfen. Eigentlich kann ich sagen, hat sie meinen Part komplett übernommen. Mir war egal, wie die Schränke mit welchen Dingen einsortiert wurden. Es war egal, ob die Sportsachen im Fach der Nachtwäsche lagen. Es war mir egal, ob die Spielsachen meines Sohnes mit Krims im Regal sich übereinander stapelten. Es war völlig egal, welches, wenn überhaupt, System in den Küchenschränken vorzufinden war. Ich war nur froh über jeden Karton, den es zusammenzulegen galt.

Wir haben alles geschafft, alles hat seinen Platz, und mich kriegt hier so schnell keiner mehr raus. Nicht, weil ich es umwerfend finde, sondern, weil ich den Alptraum nicht noch ein Mal durchstehen will.

Männern sollte man übrigens nicht das Gefühl vermitteln, es sei schon alles gut was sie täten, und sie können ruhig alles machen. Man kann es ja gegebenenfalls noch ändern…….. Sie bringen Dinge an, von denen sie überzeugt sind, genau richtig gehandelt zu haben. Man kann sie natürlich NICHT wieder ändern, weil somit Folgeschäden entstehen würden. Wenn dann ein Wesen gleicher Gattung ALLES PRIMA findet, hat man als hochschwangere Frau verloren. Warum sehen nur wir Frauen, dass es einfach bestimmte Dinge gibt, die einfach NIRGENDS hinpassen. Warum würden wir Frauen kein Regal an die Wand schrauben, und danach feststellen, dass das Gefrierfach nur noch bedingt zu öffnen geht? Wäre ich nicht schwanger, hätte ich die Sachen meines Mannes selbst in den Kleiderschrank einsortiert. Hätte ich es bloß getan, dann hätte ich jetzt mehr als nur “2FÄCHER”. Von wegen, Frauen breiten sich im gesamten Haus aus. Heeeee…..wir müssen das, weil es sonst nur noch eine Ecke im Haus gibt, in der wir unsere Sachen vorfinden. Und noch eins!!!! Warum beschweren sich alle, ausnahmslos alle Männer über die Vielzahl unserer Schuhe??? Unsere Schuhe brauchen weniger Platz als Euer Werkzeug.