So, nun sind es nur noch 2 Wochen. Der Countdown läuft. Vor- und Übungswehen habe ich genug. Manchmal habe ich Bedenken, etwas zu verpassen, etwas nicht richtig zu deuten. Ich denke, man fängt mit zunehmendem Alter an zu spinnen…Vielleicht nimmt man alles sehr viel extremer wahr. Natürlich hat noch keine Mutter die Geburt ihres Kindes verpasst. Wenn mir jemand sagen würde: “Laufe 3x ums Haus und dann bekommst Du Dein Kind!” Ich- würde 4x ums Haus laufen. Ich freue mich auf entspanntes im Bett liegen und problemloses kuscheln. Jetzt gegen Ende habe ich das Gefühl, ich werde immer schwanger sein. Niemals werde ich ein anderes Leben führen können. Man hofft ständig auf diverse Anzeichen, denkt bei jedem Schwächezustand, das kann doch nicht so bleiben. Doch……alles bleibt beständig so wie es ist.
Heute hatten wir unseren ersten Termin im Krankenhaus. Es ging darum, ob tatsächlich ein Kaiserschnitt notwendig ist, und wenn ja, wann ist der passendste Zeitpunkt dafür? Es wurden erst alle formellen Dinge erfasst, Fragen beantwortet und uns nahe gelegt, nicht bis zu den Wehen mit dem Kaiserschnitt zu warten. Ich habe nämlich gelesen, dass man, auch dann wenn man einen Kaiserschnitt bekommt, ruhig bis zu den Wehen warten könne, da man dann genau wüsste, dass das Kind bereit ist. Dies gilt leider nicht für mich!!!!! Wir sollten dieses Risiko lieber nicht wagen, da bei dritten Geburt alles ziemlich fix gehen kann. Und eine Steißgeburt wäre dafür nicht optimal. Wir KÖNNTEN es allerdings versuchen. DAS TUN _W_I_R_ NATÜRLICH NICHT !!!!!!!
Wir wurden zum warten in eine kuschelige Ecke geschickt. Ich wäre gern da geblieben. Ich fand die gesamte Atmosphäre einfach nur schön. Unsere Tochter scheinbar auch, denn sie drehte sich genau in diesem Moment um. Jetzt ist der Kopf unten. Die Untersuchung ergab außerdem, dass das Mäuschen kleiner sein wird als ihre Brüder und wesentlich leichter. Dies trug zu einer ernstzunehmenden Erleichterung meinerseits bei. Mein Sohn meinte nur : “Puuhhh, da bin ich aber froh! Jungs mögen keine großen Mädchen.” Hätten wir das hiermit also auch geklärt.
Wir haben jetzt noch drei Wochen. Jeder sagt, ich solle die Zeit noch genießen. Warum? Schlafen kann ich nicht, Hausarbeit kann ich nicht, Zeit hab ich eh nie, also, was soll sich da schon groß zum negativen verändern??? Ich freu mich wahnsinnig auf unser Baby: endlich ohne Beinschmerzen und Kürbisbauch schlafen und umdrehen. Endlich Treppen hoch laufen, ohne zu pusten, beschwingt gehen, satt essen, endlich ist der ganze Ballast weg!!! Ein Baby ist anstrengend? Darum arbeitet man als Mutter ja auch das erste Jahr nicht. Klar kann man keine Nacht durchschlafen, aber das kann ich jetzt auch nicht. Ich schaffe mit Baby im Haushalt weniger als zuvor? Das wage ich zu bezweifeln. Nie hatte ich einen perfekteren Haushalt als zu der Zeit als Liam und Jonas Babys waren. Wirklich anstrengend wird es doch erst nach Monaten. Aber dann wiederum sind selbst die Schreikinder still. Also…was solls. Wir freuen uns auf alles.
Nachdem unsere Hebamme vor einer Woche bei uns war, wegen meiner Wehen, die um Mitternacht urplötzlich aufhörten, stellte sie fest: “Hm, das Kind liegt kohmisch!” Aha….Der Gang zu meinem Gynäkologen bestätigte ihren Verdacht. Das freche Biest hat sich gedreht. Nein, nicht auf den Kopf, wie es alle Babys tun. Unsere Tochter beschloss sich auf die Füße zu setzen. Nein auch nicht auf den Po, daß man eventuell wenigstens eine Steißgeburt versuchen könnte.Nein, die Füße liegen vor dem Ausgang, somit steht einem Kaiserschnitt nichts mehr im Wege. Einer normalen Geburt allerdings alles. Horrorvorstellungen!!!!! Kissyndrom beim Kind, einen ohnmächtigen Vater im Kreißsahl, ich Querschnittsgelähmt, wegen der Rückenmarksspritze, Angst vor allem…… Ich ließ mir alle Kaiserschnitterfahrungen erzählen, und merkte, nach 2 Tagen ging es mir schon wesentlich besser. Nachdem ich mit meiner Mutter sprach noch mehr, denn durch einen Kaiserschnitt kommt man um die drohende Inkontinenz nach der 3. Geburt herum. Na das war doch mal was!!! Ich fand mich damit ab, es war für mich gar nicht mehr so schlimm. Immerhin lag es nicht an mir. Die Babys entscheiden selbst wie sie auf die Welt kommen wollen, sagte unsere Hebamme. Vielleicht würde unserer Tochter für eine normale Geburt die Kraft fehlen. Es ist wie es ist, wir werden es auf keinen Fall verpassen.
Die unmöglichsten Meldungen erreichen mein Ohr. Wieso erzählt man werdenden Müttern immer nur die schlimmsten Sachen : Bei einer Mutter z.B. war die Schwangerschaft bestens verlaufen. Die Wehen waren regelmäßig, kein Grund zur Aufregung, alles lief genau nach Plan. Bis die Herztöne des Babys erloschen. Die Plazenta hatte sich gelöst. Notkaiserschnitt!!! Alles ging so dermaßen schnell, dass dem Vater keine Sekunde für nur eine Frage blieb. Dem kleinen Jungen ist nichts passiert, außer dass er heute immernoch eine Narbe von dem Schnitt auf der Wange hat, weil alles so schnell gehen musste. Hätten nicht alle sofort richtig agiert, wäre die Mutter und das Baby gestorben. Will man solche Dinge 3 Wochen vor der Geburt wirklich hören??? Neeeeiiiiinnnnn. Ich will auch nicht wissen, welche Behinderungen das Baby hat, wenn der Kopf ständig schief liegt. Einige können eben nicht warten, bis man diese Phase überstanden hat.
Ich bin in der 35.Woche, sagt mein Frauenarzt, dessen Name ich lieber nicht nenne. Er weiß entweder genau Bescheid, oder es ist “SO” oder “SO” , das könne man nie genau sagen. Ich will ihn nicht schlechter machen als er ist, aber wenn ich wirklich etwas ernstes hätte, würde ich sicher nicht als letztes zu ihm gehen.
Auf jeden Fall errechnete er uns unseren Termin für in 5 (!!!) Wochen. Tja….wenn ich jetzt noch 5 Wochen leichtes ziehen alle 10 Minuten verspüren sollte, müsste er mir so einiges erklären. Momentan bin ich seid 2 Stunden fleißig dabei, auf dieses ziehen, was ja in 5 Wochen erst ernst wird, zu achten. Nein im Ernst, da hat er sich wohl vertan.
Mir war den ganzen Tag kontinuierlich übel. Es war eine kohmische Form von Übelkeit. Auch hatte ich ständig das Gefühl, Stuhlgang zu haben. Ohne Ergebnis. Was übrigens nicht sonderlich angenehm ist, wenn sich diese Dinger ( über die ich lieber nicht reden möchte) in der Analregion wärend der Schwangerschaft mehr und mehr gebildet haben. Am Abend, mein Mann machte Essen, wurde mir bewusst, dass es sich bei der Übelkeit und dem Drang nach Stuhlgang um Anzeichen der bevorstehenden Geburt gehandelt haben könnte, da ich mehrmaliges Ziehen eindeutig interpretierte. Dieses Ziehen blieb dann auch. Allerdings sehr unregelmäßig, aber regelmäßig mit nicht länger als 10 min Wartezeit. Beim Essen berichtete ich meinem lieben Mann von meiner Feststelleung. MAN MUSS VORSICHTIG VORGEHEN, weil so eine Spezies schnell die Gesichtsfarbe verlieren kann, das Denken vergisst und sich in panischen Bewegungen hin und her dreht, ständig fragend, was das denn nun bedeute? Hey………das weiß ich auch nicht. Ich bin fast am Ende meiner Schwangerschaft, mein Bauch sprengt alle Register, wir erwarten in Kürze unser Baby. Aber was das regelmäßige Ziehen betrifft, -DAS- weiß ich auch nicht. Er kriegte sich nach dem ersten Schock schnell wieder ein, war auf einem Mal sehr dafür, doch lieber die Hebamme anzurufen. Was ich jetzt übrigens gleich noch ein Mal tun muss, da sie meinte, ich solle ihr in 2 Stunden den aktuellen Stand der Dinge durchgeben, oder gegebenen Falls natürlich vorher anrufen. Momentan ist dieses Ziehen noch nicht unangenehm. Die Abstände betragen 7-10-10-7-3-5-10….Minuten. Aber ich weiß, dass daraus NOCH kein Kind entstehen kann. Als die erfahrene, bereits 2-fache Mutter, weiß ich genau, was noch auf mich zukommt. Ich muss zugeben, ich habe wahnsinnige Angst und enormen Respekt vor der Gewalt meines Körpers. Ich beruhigte meinen Mann, in dem ich ihm zu verstehen gab, dass es vielleicht auch nur Übungswehen sind. Die können von jetzt auf gleich aufhören. VIELLEICHT hab ich Recht. Aber stimmen hier die Verhältnismäßigkeiten? Müsste nicht ICH beruhigt werden? Wieso bewahren immer die werdenden Mütter in solchen Situationen einen kühlen Kopf? (Ich sitze oben am PC, und der werdende Herr Papaaa erkundigt sich durch laute: “Alles noch klar?”-Rufe, ob eben noch alles klar ist. Klar. Noch ist meine Tasche nicht fertig gepackt. Das sollte ich vielleicht noch tun….jetzt…..bevor die Hebamme kommt und sagt:”Auf gehts!”)O.k., ich dusche jetzt noch schnell.