Um Gottes Willen…ich weiß gar nicht wo ich zu erst anfangen soll. Eins weiß ich aber mit Bestimmtheit : Ich werde nie wieder ein Kind bekommen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Meine Hebamme meinte wohl wissend, dass Wehen ja eigentlich gar nicht so schlimm seien ( wem sagt sie das?), so richtig schlimm seien ja nur die Presswehen, und so lange dauern diese ja gar nicht. Natürlich hatte sie Recht. Was ist an Wehen schon so schlimm. Das machen wir Frauen doch mit links, und danach fahren wir zum Supermarkt und kaufen Grillfleisch. Haaaaaaaaa…..Gute Frau!!! Die Taktik ist gut und hat mir bis zu meinen eigentlichen Wehen tatsächlich die Angst vor Bevorstehendem genommen.
Ich weiß nicht wie oft ich des Nachts mal um 4, mal um 2 fertig geduscht war, weil ich dachte: jetzt gehts los. Kaum in der Küche angekommen, waren meine Wehen wie auf Kommando weg. Ich konnte mich also auf meinen Körper genauestens verlassen. Nicht, dass die Schwangerschaft so unendlich genießerisch war, das Ende verlief nicht anders.
Wir waren 2 Tage vor dem errechneten Geburtstermin im Krankenhaus, da sich unsere Tochter meinte so hinzudrehen zu müssen, als läge sie im Arm. Querlage!!! Ganz klar. Die Bestätigung ließ nicht lange auf sich warten. “Tja Frau B., da können wir noch nicht ein Mal eine normale Geburt versuchen.” O.K. dann ist das wohl so. Ich hätte heulen können. Wann denn der Kaiserschnitt gemacht wird, wollte ich wissen. ” Den muss man bei der Querlage noch vor dem errechneten Geburtstermin durchführen, damit nichts schlimmeres passiert.” Vor dem Termin??? Der wäre übermorgen. Verdammt. Die wollten mich doch nicht etwa da behalten. Ich habe meine Haare nicht gewaschen, wer weiß, wann ich wieder dazu komme. Ob ich heute schon gefrühstückt hätte….Ohhhh jahhhh, eine große Schale Müsli !!! Ich war vor diesem Tag gerettet. Ich wollte natürlich schneller als gedacht von meinem schwangeren Zustand befreit werden, aber nicht so. “Seien Sie morgen Früh um 6:30 Uhr hier, damit wir dann gleich um 7:30 Uhr loslegen können!”- Wieso nimmt mich keiner in den Arm und sagt:”Heul ruhig” Ich weiß nicht wieviel Telefonate ich an diesem Tag führte. Am Ende freute ich mich, nicht stundenlang in den Wehen (die ja nicht schlimm sind, haaa) zu liegen. Ich hatte die Gewissheit, zum Frühstück halte ich mein Baby-Mädchen im Arm.
Unsere Jungs entschieden sich für einen männlichen Babysitter Anfang 40, gefühlte 19. Ist ja nur für die Morgenstunden und den Weg zum Kindergarten und Schule. Der Freund meines Mannes. Er war tatsächlich pünktlich bei uns, riss ein paar Witze und schon entflogen wir gen Krankenhaus. Euphorisiert und voller Vorfreude, in 1,5 Stunden unser Baby im Arm zu halten.
Schnell noch Ultraschall………ich wurde fast wahnsinnig……dieses Kind drehte sich und lag mit dem Kopf nach unten. Ist denn soetwas zu fassen?? Die Ärzte hatten die grandiose Idee die Geburt künstlich einzuleiten. Wenn ich etwas auf keinen Fall wollte, dann war es das. Die Erfahrung machte ich bereits bei meinem ältesten Sohn und war alles andere als scharf drauf. Nun gut, bevor sich die Triene wieder dreht, ich Wehen kriegte und ein Notkaiserschnitt vollzogen werden müsste, willigte ich ein. ICH WOLLTE WIRKLICH ÜBERHAUPT NICHT !!!!
Mein Mann rief meine Eltern an, die sich 200 km entfernt von uns auf den Weg machten. Bis zum Abend wollte sich keine ernstzunehmende Wehe einstellen. Mein Mann machte es sich auf dem bereitgestellten Sofa bequem und ich wartete angespannt auf meine ersten richtigen Wehen. Meine Eltern waren derweil mit den Jungs zusammen, mein Mann pendelte zwischen mal zu der Familie. Da sich bei mir auch nichts tat, entließ ich ihn zum Essen und abschalten. Was natürlich keiner von uns konnte. Am Abend durfte ich nicht nachhause, weil sie am nächsten Tag da weiter machen wollten, wo sie vorher auhörten. Wir saßen auch den kompletten nächsten Tag im Krankenhaus. Nein, wir hingen die Zeit ab. Als wir zum Essen wollten suchten wir die Mensa des Krankenhauses und landeten beim Krematorium, wo wir schnellstens wieder verschwanden. Es war nervtötend, ermüdend und einfach nur ätzend.Die Wehen wollten sich einfach nicht richtig einstellen. Am Abend des zweiten Tages hatten wir Beide nie Nase gestrichen voll. Wir wollten nur noch nachhause und unsere Ruhe. Wenn dieses Baby-Mädchen eben noch nicht raus möchte, ist das eben so. Wie sagte meine Hebamme? Nicht wir bestimmen den Zeitpunkt der Geburt, sondern die Babys. Also beschlossen wir, weder zur Kontrolle ins Krankenhaus zu kommen, noch unsere liebe Hebamme anzurufen. Wir warten einfach ab. Und sollte sie sich wieder drehen dann ist das eben so. Sie wird zum Zeitpunkt der Geburt schon richtig herum liegen. Und wenn nicht, gibt es eben einen Notkaiserschnitt. Mich konnte nichts mehr überraschen.
Eine Woche später war es dann soweit. Bis dahin sollte ich aber noch viele Wehen haben, dass ich dachte, wenn es tatsächlich los geht, überfällt mich mein Körper und wir erleben eine Hausgeburt. Ich war total durcheinander. Am Tag der Geburt wären wir dann tatsächlich fast zu spät ins Krankenhaus gefahren. Ich konnte die Nacht, wie es so ist, kaum schlafen und war seid 5 Uhr fit. Ich verweilte den gesamten Vormittag auf dem Sofa, war absolut durcheinander, konnte mich auch nicht auf mein Buch konzentrieren. Es war als hätte eine fremde Macht die Oberhand über mich. Meine Wehen waren FAST regelmäßig, mal doll, mal weniger doll. Ich wusste gar nichts mehr. Ich war mir meiner nicht mehr sicher. Geht es jetzt los oder nicht? Gehe ich nach oben zu meinem Mann? Was soll ich sagen? “Ich glaube, es geht los, ich bin mir aber nicht so sicher.” Das hatten wir ja nun schon desöfteren. GOTT- Ich war total verwirrt, durcheinander, Kopflos…Wusste überhaupt nicht wie ich agieren sollte. Vielleicht sollte ich unsere Hebamme anrufen? Und wenn es wider falscher Alarm ist?
Ich beschloss, meinem lieben Mann über meinen Zustand zu berichten. Er wischte sich übers Gesicht und fragt mich tatsächlich, was wir nun tun wollen? Ja weiß ich doch nicht. ” Aber Süße, wer, wenn nicht Du soll das jetzt wissen?” Ja, ICH nicht. Ich stand neben mir, mit immerwährendem Ziehen im Baby-Bauch. wir riefen die Hebamme an. Der Muttermund war bereits 3 cm offen. Nun überkam mich Panik. Dies war der Zeitpunkt, wo ich mich zusammenreißen musste, um nicht völlig euphorisch durchs Haus zu rennen. Unsere Hebamme meinte, wir könnten uns dann schon mal auf den Weg machen. “Häää???” Der Muttermund öffnet sich bekanntlich 1cm pro Stunde. Ich hatte noch 7 cm vor mir. Was verlangte sie von mir. Sollte ich 7 Stunden im Krankenhaus abhängen?
N-E-I-N !!! Sie wusste genau was los war, erzählte aber nichts. Sie meinte nur, sie bleibt und wartet so lange, bis wir weg sind. Das fand ich äußerst kohmisch. Später berichtete sie mir, dass sie mit einer Hausgeburt rechnete. Wir waren kaum im Krankenhaus angelangt, blieb mir die Zeit für die Toilette, einen Einlauf, um den man leider nicht herum kommt und ein CTG. Dann setzten die Wehen hammermäßig ein. Dass es beim dritten Kind alles etwas schneller geht wusste ich bereits, aber das mir kaum Luft zum atmen bleibt, damit hatte ich nicht gerechnet. Meine Hebamme wusste das alles. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das jetzt so bleibt. Ich hatte das Gefühl mein ganzer Körper zereißt. Soooo heftig hatte ich sie nicht mehr in Erinnerung. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl mein Bewusstsein zu verlieren. Die Geburten verschlimmern sich mit zunehmender Zahl. Es wird heftiger aber kürzer. MEIN MUTTERMUND ÖFFNETE SICH IN EINER STUNDE um sage und schreibe 7 cm. Als die Hebamme Beruhigungsmusik einschaltete, meinte mein Mann, bekam er leichte Panikanflüge, und wusste- jetzt geht es los. Ich spürte außer Schmerzen im ganzen Körper, die mich auseinanderzureißen drohten nichts mehr. An meinem Ohr hörte ich die Stimme meines Mannes, der mir ganz ruhig zu verstehen gab, dass ich ein und ausatmen soll. Einatmen-ausatmen-ganz ruhig-gaaanz lange ausatmen……Wie hatte ich bloß geatmet? Ich wusste, dass kein Mensch der Welt diesen Zustand noch lange aushält. Dann kam der Druck, der das kind nach unten drückte. Ich wusste-Presswehen- bald ist alles vorbei. Ich konnte mir nicht mehr vorstellen, wie ich bei meinen Söhnen einfach weiter gepresst habe, obwohl die Wehe längst vorbei war. Diesmal schier unmöglich. Ich hatte Mühe selbst unter der Wehe mitzupressen. Ich wollte nicht mehr….ich wollte nichts mehr aushalten müssen……….Es war ein Mädchen !!!……Sie kam auf die Welt, bevor die Oberärztin es in den Kreissaal schaffte. Ich rief nur :” Ich habs geschafft. Ich habs geschafft.” GOTT-war ich glücklich. Und dann noch tatsächlich ein Mädchen. Hätte ja auch anders kommen können.
Nachdem sich meine Platzenta nach 1,5 Stunden endlich löste, sich diverse Ärzte und Oberärzte auf meinen Bauch schmissen, sie ihn mir bis zur Wirbelsäule durchdrückten ( war tatsächlich der Fall, da die Gebärmutter alle Organe auseinander drückt), ich fast verblutet wäre, sie mir schon eine Narkose verpassen wollten, war dann doch alles glimpflich abgegangen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Horrorschwangerschaft war hiermit beendet!!!
Nun sollten die schönsten Momente unseres Familienlebens folgen. Jeden Tag aufs Neue. Auch jetzt nach 3 Monaten, freue ich mich über jede Situation, genieße und durchlebe intensiv. Warscheinlich, weil wir wissen, dass es das jetzt gewesen ist. Wir werden diese Situationen in dieser Form nie wieder so intensiv erleben. Nie wieder werden wir noch ein Baby groß ziehen. Und sollten wir irgendwann Großeltern werden, werden wir die Zeit mit Abstand nich so intensiv mitbekommen. Wir genießen alles, sogar die anstrengenden Momente. Denn nur diesen Tag gibt es so.
!!!!!!! DANKE !!!!!!!